Was sind Dienstleistungen der Auftragsfertigung von Elektronik?

17.09.2020Przemysław Prolejko

Die Elektronikindustrie entwickelt sich sehr dynamisch. Im Zusammenhang damit entstanden in Polen spezialisierte Nischen, die an die spezifischen Bedürfnisse der Kunden angepassten Dienstleistungen anbieten. Eine der hochspezialisierten Nischen ist Auftragsfertigung der elektronischen Komponenten (EMS). Die besten Dienstleister sind als Superkontraktor bekannt. Sie revolutionieren den Produktionsprozess.

Die Elektronik-Auftragsfertigungsunternehmen sind äußerst wichtige Partner für die Erstausrüster, die fachliche Unterstützung bei der Montage und dem Bau eines neuen Produkts benötigen. Die Dienstleistungen der Auftragsfertigungshersteller umfassen sowohl die Montage gedruckter Leiterplatten als auch elektronischer Module und sogar ganzer Geräte. Hinter dem Erfolg vieler auf den Markt gebrachter Produkte steht ein professioneller und zuverlässiger Anbieter von Auftragsfertigung der elektronischen Komponenten - EMS. Aber lassen Sie uns zuerst überprüfen, was genau das Akronym EMS bedeutet.

Auftragselektronikfertigung - EMS-Definition

Der Begriff von Fertigungsdienstleistern für elektronische Komponenten (eng. electronics manufacturing services - EMS) bezieht sich sowohl auf die gesamte Branche als auch auf eine bestimmte Klasse von Subunternehmern oder Unternehmen. Sie können auch eine Abkürzung CM (Contract Manufacturing) finden, die austauschbar verwendet wird. Die Elektronik-Auftragsfertigungsunternehmen bieten den Erstausrüstern (eng. original equipment manufacturers - OEM) eine breite Palette von Engineering- und Fertigungsdienstleistungen an, sodass sich die Hersteller auf die wichtigsten Haupttätigkeitsbereiche, d.h. Forschungen und Produktentwicklungen, konzentrieren können.

Der Auftragsfertigungsmarkt wächst stetig. Neben der Produktionsseite bieten die EMS-Unternehmen auch fachliche Unterstützung im Bereich von Versandmanagement, Einkaufsunterstützung und Management der gesamten Lieferkette. Die Branche wird voraussichtlich 2018-2024 um 7,5%  steigen. Die steigende Nachfrage nach Heimelektronikgeräte und innovativen technologischen Lösungen in Verbindung mit wachsenden Kundenanforderungen und einer Notwendigkeit, die Kosten zu kontrollieren führen dazu, dass sich die Erstausrüster immer öfters für die Zusammenarbeit mit Partnern entscheiden müssen, die Branchenwissen und -erfahrung bieten.

Vorteile der Zusammenarbeit mit einem EMS-Dienstleister

Es sind mindestens vier Hauptvorteile zu berücksichtigen:

Investitionen in technologie, gebäude und qualifiziertes personal

Die Zusammenarbeit mit EMS ist manchmal für diese Gerätehersteller, die über keine eigenen Produktionslinien und Produktionshallen, oder kein Produktions- und Engineering-Team verfügen, eine einzige Möglichkeit, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen. Tatsächlich erfordert EMS enorme Investitionen in Gebäude, Technologie und Arbeitskräfte. Für Unternehmen, die schwankender Nachfrage kämpfen, ist die einzig logische Entscheidung die Zusammenarbeit mit einem EMS-Dienstleister anzuknüpfen. Dies ermöglicht Outsourcing. Sie können Geld und Zeit sparen und feste (meistens hohe) Kosten in variable Kosten umwandeln - je weniger Sie bestellen, desto weniger zahlen Sie.

Lieferkettenmanagement 

Die Auftragsfertigungshersteller von elektronischen Komponenten arbeiten mit Zulieferern aus aller Welt zusammen. Dadurch können sie im Rahmen der Beschaffung einzelner Komponenten auf die Bedürfnisse des Originalelektronikherstellers eingehen und bei der Auswahl der Lieferanten und der Auftragserfüllung Unterstützung leisten. Dank der Zusammenarbeit mit einem EMS-Lieferant muss der Kunde keine komplizierten IT-Systeme für das Materialmanagement aufbauen oder Beziehungen zu Materiallieferanten eingehen. 

Professionelle Auftragnehmer verwalten nicht nur die Lieferkette, sondern helfen auch beim Aufbau effektiver Geschäftslösungen. Basierend auf BOM und MOQ arbeiten sie mit Materiallieferanten zusammen, um den Produktionsbestand auf einem optimalen Niveau zu halten und auf diese Weise einen stabilen Verlauf der gesamten Produktion zu ermöglichen.

Termingerechte lieferungen

Eine verspätete Lieferung kann zu Geschäfts- und Reputationsverlusten führen. Die Zusammenarbeit mit einem 
EMS-Dienstleister minimiert das Risiko, dass die Bestellungen nicht rechtzeitig bearbeitet werden und sich die Lieferung der Geräte verzögert.

Skaleneffekte

EMS-Unternehmen verfügen über entsprechende Erfahrung und Wissen, um die Produktion effektiv zu verwalten. 
Dank der Skaleneffekte ist es möglich, die Stückkosten für die Herstellung von Geräten zu senken und gleichzeitig den Umfang des Projekts zu erhöhen.

Verschiedene Segmente der Elektronikfertigung

Einer der Hauptdienstleistungen der EMS-Zulieferer ist die Montage der Leiterplattenbestückung (PCBA). Heutzutage verfügen die Hersteller über moderne, schnelle und flexible Produktionslinien für die Montage komplexer elektronischer Produkte. Im Endeffekt kann der Hersteller seine Produkte auf den Markt mit einer Garantie der hohen Montagequalität dank der professionellen Positionierung einzelner Komponenten bringen.

Erfahrene EMS-Unternehmen verfügen über implementierte, fertige Prozesse zum Verbinden von gedruckten Schaltungen, Drahtbündeln und mechanischen Baugruppen sowie Testverfahren, um das Risiko von Fehlern und Verzögerungen bei der Produktion zu minimieren.

Die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen, das die EMS-Dienstleistungen anbietet, bedeutet, dass alles „unter einem Dach“ und in einem einzigen Prozess geschieht, was eine Kontrolle jedes einzelnen Aspekts ermöglicht.

Die EMS-Unternehmen bieten auch Unterstützung bei anderen Dienstleistungen an, vor allem:

Kauf, lieferkette und lagermanagement

Ein EMS-Lieferant kauft, empfängt, prüft, lagert, sortiert, vervollständigt und bezahlt im Namen des Kunden alle in der Stückliste (BOM) enthaltenen Materialien. Jedes professionelle EMS-Unternehmen strebt nach der Kostenoptimierung durch ein ordnungsgemäßes Lieferkettenmanagement. Infolgedessen unterstützen sie OEMs bei der Erreichung ihrer Geschäftsziele.

Testen

Ein Unternehmen, das die EMS-Dienstleistungen anbietet, kann die Funktionstests mit Hilfe der vom Kunden bereitgestellten Geräten und Verfahren durchführen. Das EMS-Unternehmen kann auch selbst ein Testgerät für OEM entwickeln. Die Durchführung eines Funktionstests garantiert, dass nur voll funktionsfähige Geräte an OEM und an den Kunden gehen.

Technische unterstützung

Die EMS-Lieferanten beschäftigen in ihren Teams erfahrene und professionelle Techniker und Ingenieure im Bereich der Produktion und Testen. Dank dessen wird das Produktmanagement des Kunden während des gesamten Produktionszeitraums durchgeführt, u.a. im Bereich des Umweltmanagements und der Produktoptimierung durch Anbieten von Entwurfsdienstleistungen in Bezug auf die Produktionsmöglichkeiten (DfM) sowie im Bereich der Qualitäts- und Testeffizienzoptimierung (DfT).

Es ist auch zu erwähnen, dass EMS-Branche in der Regel nach den erzielten Einnahmen in Ebenen (eng. tiers)   unterteilt ist. Die Klassifizierung basiert nur auf dem Umsatz, was bedeutet, dass die Unternehmen, die 3. oder 4. Klasse repräsentieren, können möglicherweise genau die gleichen Erfahrungen und Kompetenzen wie Unternehmen der 1. oder 2. Klasse haben. Drei und vier sind einfach kleinere Unternehmen. Andererseits verfolgen kleinere Unternehmen jedoch häufig einen mehr partnerschaftlichen Ansatz und sind stärker in ihre Aktivitäten engagiert.

Entwicklung des EMS-Marktes 

Von verschiedenen Branchen bis zur medizinischen Industrie nutzen die Unternehmen zunehmend die Dienste von EMS-Unternehmen. Die Zeiten, in denen die Erstausrüster sich für eine Zusammenarbeit mit dem Kontraktor aus rein betrieblichen Gründen entschieden, sind vorbei. Heutzutage ist dies ein Teil der gut durchdachten, allgemeinen Geschäftsstrategie. Die Hersteller entdeckten, dass sie mit einem kollaborativen Ansatz erhebliche Vorteile erzielen können, die ihre Planungskapazität verbessern und ermöglichen, schneller auf dynamische Veränderungen im Markt zu reagieren. Gleichzeitig werden auch die Betriebskosten reduziert.

Infolge der ständigen Entwicklung des Elektronikmarktes und des Einsatzes elektrischer Geräte in verschiedenen Branchen entscheiden sich OEMs immer häufiger für eine Zusammenarbeit mit polnischen Unternehmen. Dafür gibt es viele Gründe. Es ist genug, die Erfahrung des technischen Personals, die polnische Sorgfalt und die Arbeitskosten zu berücksichtigen, die viel niedriger sind als in westeuropäischen Ländern. Wenn Sie an einer Zusammenarbeit mit dem polnischen EMS-Unternehmen interessiert sind, laden wir Sie ein, diesen Artikel zu lesen.

Einfluss von COVID-19 auf EMS 2020 und 2021

Die Coronavirus-Epidemie ist auch für den EMS-Markt nicht gleichgültig. Störungen in der Lieferkette führten dazu, dass Unternehmen zunehmend lokale EMS-Lieferanten auswählen und eine Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Fernost anknüpfen. Dies ist sowohl eine große Chance als auch eine Bedrohung für den gesamten Markt der Auftragsfertigung von elektronischen Komponenten. Die EMS-Hersteller sollen sich auf die Automatisierung und Digitalisierung des Produktionsprozesses konzentrieren. Gleichzeitig ist es auch erforderlich, effektive Investitionen in die Materialressourcenplanung (MRP) einzuführen, um den Lagerbestand und die Beschaffung vollständig kontrollieren und die gesamte Kette verwalten zu können. Dank dieser Tatsache kann das Risiko einer Nichtverfügbarkeit von Komponenten oder Verzögerungen bei der Lieferung minimiert werden.

Der EMS-Markt entwickelt sich ständig. Bis vor kurzem waren hauptsächlich ausländische Unternehmen daran interessiert, die Auftragsproduktion an externe Partner auszulagern. Seit vielen Jahren spielen auch polnische EMS-Hersteller eine immer wichtigere Rolle auf dem Markt. Gleichzeitig bilden sie auch eine günstige Alternative für östliche Subunternehmer.

Die OEM-Hersteller, die eine Zusammenarbeit mit EMS überlegen, müssen bewusst sein, dass ein Kontraktor die gleichen Tätigkeiten durchführen kann, aber aufgrund seines Wissens, Erfahrung und Technologien kann er alles konsequenter und besser tun. Außerdem, in Bezug auf die Kosten, ist dies eine sehr vorteilhafte Entscheidung, weil der Auftragnehmer alle finanziellen Aspekte des Produktionsprozesses verwaltet. Die Zusammenarbeit mit EMS kann daher für einen Hardwarehersteller eine Quelle von vielen, geschäftlichen Vorteilen sein.

Auswirkungen von COVID-19 und dem russisch-ukrainischen Krieg auf das EMS in den Jahren 2022 und 2023

Sowohl die COVID-19-Pandemie als auch der russisch-ukrainische Krieg haben erhebliche Auswirkungen auf die Elektronikfertigungsindustrie und die globalen Lieferketten.

COVID-19 hat die Lieferketten weltweit unterbrochen, wobei Bewegungseinschränkungen und Arbeitskräftemangel aufgrund von Krankheit und Pendelschwierigkeiten zu reduzierten Produktionskapazitäten führten. Fabrikschließungen und Betriebskürzungen belasteten die Lieferkette zusätzlich. Die veränderte Nachfrage führte zu einem Anstieg der persönlichen Schutzausrüstung und medizinischen Hilfsgütern, während nicht lebensnotwendige Güter zurückgingen, was sich auf Produktion und Lagerbestände auswirkte. Dies verdeutlichte den dringenden Bedarf an belastbaren und agilen Strategien im Supply Chain Management.

Als Anbieter von Electronics Manufacturing Services (EMS) haben wir gelernt, dass Anpassungsfähigkeit, Zusammenarbeit und proaktive Planung für die Aufrechterhaltung erfolgreicher Lieferketten unter solchen Bedingungen unerlässlich sind.

Der russisch-ukrainische Krieg hat eine Reihe neuer Herausforderungen mit sich gebracht. Es gefährdet die Versorgung mit Neongas, einem wichtigen Bestandteil für die Herstellung von Halbleiterchips, da ein erheblicher Teil der weltweiten Neonversorgung aus der Ukraine und Russland stammt. Ein länger andauernder Konflikt könnte die Lieferkette stören und insbesondere kleinere Hersteller treffen.

Russlands Rolle als wichtiger Lieferant von Metallen für die Elektronik, darunter Palladium, Kupfer, Platin und Nickel, hat zu Preiserhöhungen und möglichen Verzögerungen bei der Lieferung geführt. Während die Hersteller ihre Bezugsquellen diversifizieren, bleibt die Lieferkette angespannt.

Die starke Abhängigkeit Deutschlands von russischem Erdgas gibt Anlass zur Sorge. Störungen der Gasversorgung könnten sich auf die Produktion auswirken und möglicherweise zu einer Verlagerung der Produktion in andere Regionen führen.

Der Krieg wirkte sich auch unmittelbar auf die Seeschifffahrt aus, da der Hafen von Odessa geschlossen wurde und wichtige Schifffahrtswege unterbrochen wurden. Große Reedereien haben ihre Verbindungen in die Ukraine und nach Russland eingestellt, was die Logistik zusätzlich beeinträchtigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese globalen Krisen die Notwendigkeit anpassungsfähiger, kollaborativer und proaktiver Lieferkettenstrategien deutlich gemacht haben. Lieferkettenbetreiber müssen Herausforderungen im Zusammenhang mit Logistik, Nachfrageschwankungen, Materialknappheit, Kostensteigerungen und Produktionskapazität meistern und dabei die Bedeutung der Widerstandsfähigkeit gegenüber künftigen Krisen betonen.

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